Wie funktioniert betriebliche Altersvorsorge?

Der Rechtsanspruch auf betriebliche Altersvorsorge ist im §1a des Betriebsrentengesetz geregelt, jeder Arbeitnehmer kann von seinem Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung verlangen.
Der Arbeitnehmer darf die Art und den Durchführungsweg bestimmen und haftet auch für die zugesagte Leistung. Daraus ergibt sich die Empfehlung für Arbeitgeber, die Spielregeln der betrieblichen Altersvorsorge in einer sogenannten Versorgungsordnung zu regeln. Damit gibt es eine rechtsverbindliche und transparente Regelung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Unternehmen.
Wie funktioniert die betriebliche Altersvorsorge aus Arbeitnehmersicht: Sie zahlen als Arbeitnehmer einen monatlichen oder jährlichen Betrag aus Ihrem Bruttolohn in eine betriebliche Altersvorsorge – auf diesen Teil Ihres Gehalts fallen keine Beiträge für die Sozialversicherung an, wenn Sie die 4% der Beitragsbemessugnsgrenze nicht übersteigen. Für 2018 sind das 260€ pro Monat. Bis zu 8% der Beitragsbemessungsgrenze sind ab 2018 auch steuerfrei: Das heisst Sie können 520€ Bruttolohn steuerfrei bekommen und direkt in Ihre Altersvorsorge investieren.

Auch der Arbeitgeber profitiert und spart gleichzeitig den Arbeitgeberteil der Sozialabgaben. Ab 2019 muss der Arbeitgeber einen Teil dieser Ersparnis weitergeben und zwar in Höhe von 15%, die dann auf den Altersvorsorgevertrag des Arbeitnehmers fließen.
Diese Beiträge fließen beispielsweise in eine sogenannte Direktversicherung oder eine Pensionskasse, in den meisten Fällen wird von einer versicherungsförmigen Lösung gesprochen. Hier ergeben sich wieder für beide Parteien mehrere Vorteile: Der Arbeitgeber lagert die Ansprüche des Arbeitnehmers an eine Versicherungsgesellschaft aus und muss sich nicht selbst um die Anlage und Verwaltung kümmern. Für den Arbeitnehmer hat es den Vorteil, dass er bei einem Arbeitgeberwechsel seinen Vertrag einfach mitnehmen kann. Denn bei der betrieblichen Altersvorsorge wird der Arbeitgeber Versicherungsnehmer und bei einem Arbeitgeberwechsel wird einfach der Versicherungsnehmer mitgewechselt. Der Arbeitnehmer ist versicherte Person und auch bezugsberechtigt, beziehungsweise seine Erben im Todesfall.
Der Arbeitnehmer kann also sicher sein, dass sein Arbeitgeber nicht über sein angespartes Geld verfügen kann oder dass es im Insolvenzfall verloren geht.

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